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Ausstellung: Auf der Insel der Gelüste

Das Museum Es Baluard zeigt ab Donnerstag (13.7.) die Videoinstallation „The Feast of Trimalchio" des Kollektivs AES+F
23-07-2017 23:00
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Ankunft mit dem Kreuzfahrtschiff. Die Touristen erwartet ein Paradies mit Strand und Skipiste. Foto: Es Baluard

Ankunft mit dem Kreuzfahrtschiff. Die Touristen erwartet ein Paradies mit Strand und Skipiste. Foto: Es Baluard

„Das Gastmahl des Trimalchio" ist der längste erhaltene Teil des Romanes „Satyricon" von Petronius Arbiter. Dort lädt der ehemalige und mittlerweile zu großem Reichtum gekommene Sklave Trimalchio zu einem opulenten Abendmahl. Es ist zu einem Synonym für Reichtum, Völlerei, aber auch Dekadenz geworden.

Das Es Baluard zeigt seit Donnerstag (13.7.) die ­Videoinstallation „The Feast of Trimalchio" des russischen Künstlerkollektivs AES+F. Doch statt eines Gastmahles im Römischen Reich versetzt die Gruppe den Grundgedanken in den modernen Luxustourismus des 21. Jahrhunderts.

Wir sehen eine Gruppe weiß gekleideter Menschen aller möglichen Altersgruppen, die auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff auf einer Insel ankommt. Ein spektakulärer Ort, der es schafft, gleichzeitig tropische Strände und eine Skipiste zu vereinen. Dort werden die Touristen vom Personal empfangen. Gut aussehende junge Menschen aus allen Teilen der Welt. Sie sind bunt und verschieden gekleidet, was ihnen im Vergleich zu den Touristen eine gewisse Individualität verleiht. Alle Bewegungen in dem Film sind langsam und repetitiv.

Am Anfang merkt man noch die Unterschiede zwischen den Besuchern und ihren Dienern, aber mehr und mehr ­verschwimmen diese im Laufe des gut einstündigen Videos. Dadurch, dass die Diener ihren Herren alle Wünsche, seien sie gastronomisch oder erotisch, erfüllen müssen, endet alles in einer großen Orgie. Es ist ein hypnotisierender Film, unterlegt mit monotoner Musik, die den surrealen Effekt der Computerbilder unterstreicht.


'the Feast of Trimalchio' by AES+F from Alternative Space LOOP on Vimeo.

Das Künstlerkollektiv AES+F wurde 1987 gegründet. Es ist für seine Arbeiten mit Computertechnik und verschiedenen neuen Technologien ­international bekannt, die es mit einer aus der Renaissance und dem Barock entnommenen Bildsprache kombiniert. „The Feast of Trimal­chio" ist der zweite Teil der Trilogie „Liminal Space", die das 21. Jahrhundert mithilfe altertümlicher Theorien über Hölle, Himmel und Fegefeuer analysiert. Das Video wurde 2009 bei der Biennale in Venedig vorgestellt. Es ist das erste Mal, dass eine Arbeit des Kollektivs in einem Museum in Spanien gezeigt wird.

Im Es Baluard wird der Film im Aljub gezeigt. „Es ist eine perfekte Ergänzung zu unserer aktuellen Ausstellung 'Ciutat de vacances', die sich mit dem Tourismus und seinen Auswirkungen auseinandersetzt", ­sagte Museums­direktorin Nekane Aramburu bei der Präsentation des vierten Teils der Sommerausstellungen des Museums.

AES+F, The Feast of Trimal­chio, Es Baluard, 13.3., 19 Uhr, bis 17.9.

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