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Was die Opernsaison 2017 in Palma zu bieten hat

Das Auge hört mit: Von "Macbeth" über "Cosí fan tutte" bis hin zu "Carmen" sind die großen Klassiker im Teatre Principal dabei
02-03-2017 00:00
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Eindrucksvoll inszeniert: Verdis „Macbeth

Eindrucksvoll inszeniert: Verdis „Macbeth" ist eine Produktion des Teatro São Carlos aus Lissabon. Foto: Veranstalter

Wenn sich am Sonntag (5.3.) der Vorhang zur 31. Opern- und Ballettsaison im Teatre Principal in Palma hebt, dann weiß der Intendant Carlos Forteza schon vorher, dass er mit den vier Produktionen und dem Liederabend von Josep Brons einen Haufen Geld verliert. Aber das ist es ihm nach eigener Aussage wert. Denn Oper gehöre nun einmal zu den Genres, die ein öffentliches Theater anbieten müsse. „Außerdem wird keine andere Darstellungsform so gut vom Publikum angenommen wie die Oper", berichtet Forteza, der das Teatre Principal seit Anfang 2016 leitet. Der Intendant wirkt im Gespräch mit der MZ atemlos, ja beinahe selbst neugierig, was die vier aufwendigen Produktionen „Macbeth", „Cosí fan tutte", „María Moliner" und „Carmen" zu bieten haben.

Es seien alles „günstige Produktionen", die da auf Mallorca aufschlagen, man habe das Budget im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesenkt. Auch habe man bei der Besetzung der Hauptdarsteller versucht, so häufig wie möglich auf Künstler von der Insel zurückzugreifen. Dennoch will Forteza die Qualität der Aufführungen im Vergleich zu den Vorjahren gesteigert haben.

Auf den ersten Blick hat sich der 41-Jährige bei seiner Programmgestaltung zumindest nicht lumpen lassen. Alle vier größeren Produktionen – den Liederabend mit Josep Brons einmal ausgelassen – liegen in der Hand von Nationaltheatern, die internationales Renommée genießen. Da wäre zum einen die Verdi-Oper „Macbeth", zu dem das Nationaltheater São Carlos aus Lissabon eingeladen wird, und zum anderen „Cosí fan tutte", aufgeführt vom Nationaltheater San Carlos in Neapel, dem ältesten Theater Europas. Dann gibt es noch den in Spanien unverzichtbaren Klassiker „Carmen" der Compañía Nacional de Danza. Und mit „María Moliner" vom Teatro de la Zarzuela in Madrid, einem neuen Werk des mallorquinischen Komponisten Antoni Parera aus dem vergangenen Jahr, wird einem einheimischen Künstler eine Bühne gegeben.

Für „Macbeth", die Produktion, mit der die Opernsaison startet, konnte man Darío Solari, einen Bariton aus Uruguay verpflichten, der weltweit auf großen Bühnen unterwegs ist. Lady Macbeth wird die bekannte spanische Sängerin Maribel Ortega verkörpern. Sechs der ­Protagonisten der Verdi-Oper stammen von Mallorca selbst. Drei von ihnen – Natalia Salom, Antoni Lliteres und Joan Miquel Ribot – sind professionelle Sänger. Drei andere – Luis Aleñar, Jaume Salvà und Mónica Aguilera – sind herausragende Mitglieder des Chors des Teatre Principal. „Ihnen wollen wir eine Plattform bieten und ihre Karriere ein wenig anschieben", sagt Forteza.

In diesem Jahr, so Forteza, habe man speziell darauf geachtet, dass neben der musikalischen auch die szenische Umsetzung überzeuge. „In der Vergangenheit wurde zwar auf die Musik viel Wert gelegt, aber das Bühnenbild doch zu oft etwas lieblos behandelt. Die Menschen sitzen drei Stunden in der Oper und sollen von dem, was auf der Bühne passiert, möglichst direkt angesprochen werden", erklärt Forteza.

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